Bahnhofsmission Göttingen

• eine Abteilung im Diakonieverband des Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen •

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Feierliche Einweihung der neuen Bundesgeschäftsstelle: (v.l.) Ingrid Stahmer, Ute Volz (Vorsitzende der KKBM), Christian Bakemeier, Gisela Sauter-Ackermann und Christian Baron (stellv. Vorsitzender KKBM).
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Bild: Rolf Zöllner

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"Ökumenischer Mut"

Bundesgeschäftsstelle der Bahnhofsmission eröffnet. –
Erste kirchenübergreifende Geschäftsstelle von Caritas und Diakonie.


BERLIN. „Wir stehen vor Ihnen in versöhnter Verschiedenheit“, beschrieb der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Berlin Mitte, Bertold Höcker, gut gelaunt  die Segnung der neuen ökumenischen Bundesgeschäftsstelle der Bahnhofsmission. Als „ökumenischen Mut“ bezeichnete sein katholischer Kollege Matthias Fenski, Bischofsvikar für Ökumene im Erzbistum Berlin, die Eröffnung der ersten kirchenübergreifenden Bundesgeschäftsstelle im Bereich von Caritas und Diakonie überhaupt.
Die Räume befinden sich in den alten Backsteinbögen des Berliner S-Bahnhofs Jannowitzbrücke – eine Umgebung wie sie passender für die Arbeit der Bahnhofsmission nicht sein könnte. Hier werden die evangelische und die katholische Geschäftsstelle gemeinsam arbeiten. Die neuen Räumlichkeiten bedeuten kurze Wege, Synergien und Einsparungen für das Team der Bundesgeschäftsstelle um Dr. Gisela Sauter-Ackermann (katholische Geschäftsführung) und Christian Bakemeier (evangelische Geschäftsführung).
„Wir würden uns freuen, wenn andere Fachverbände diesem einmaligen Beispiel folgen“, unterstrich Wolfgang Meincke, Referatsleiter Freie Wohlfahrtspflege, die erfolgreiche Zusammenführung. Sein Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt die Bahnhofsmission unter anderem bei der Innenausstattung der Räume. Diese werden von der Deutschen Bahn kostengünstig zur Verfügung gestellt.
In den Bahnhofsmissionen am Gleis leben die Mitarbeitenden den ökumenischen Gedanken bereits seit mehr als 100 Jahren. Auch im Logo sind das pinkfarbene Kreuz für die evangelische und der gelbe Balken für die katholische Bahnhofsmission schon lange vereint. Die Zusammenlegung der katholischen und evangelischen Geschäftsstelle begann vor vier Jahren, als diese jeweils von Freiburg nach Berlin zogen. Gemeinsame Räumlichkeiten in der Hauptstadt waren jetzt der nächste logische Schritt.
Festrednerin Ingrid Stahmer, ehemalige Sozialsenatorin von Berlin, die den Prozess der Zusammenführung begleitet hat, betonte, wie viel Kraft und Energie solch ein Veränderungsprozess koste. „80 Prozent der Fusionen scheitern, weil die Betriebs- und Organisationskulturen nicht zusammenpassen. Schön, dass die Geschäftsstellen der Bahnhofsmission zu den erfolgreichen 20 Prozent gehören und ab jetzt auf einem Gleis mit gemeinsamen Kopfbahnhof unterwegs sind."

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Schon im Kindesalter ist man fasziniert von der Eisenbahn, und "Dampflok" ist eines der ersten Worte, die Kinder sprechen können.
Etwas älter dann, unterscheiden sie die verschiedenen Zugtypen: ICE, Metronom, Regionalbahn, Cantus...
Die Faszination Eisenbahn vervielfacht sich auf dem Bahnhof. Bei Wind und Wetter darf man mit Kindern "Züge gucken gehen".

Der Bahnhof – ein Knotenpunkt der Begegnungen
Züge fahren ein – Züge fahren ab. Trauriger Abschied und fröhliches Willkommen. Auf dem Bahnhof gibt es alles... und mehr. Das geschäftige Treiben lockt viele an, die nicht mitten im Leben stehen und aus der Spur geraten sind. Für diese bietet die Bahnhofsmission Göttingen Hilfe an: Sofort – ohne Anmeldung – ohne Voraussetzungen erfüllen zu müssen – gratis, mit Auskünften und Unterstützung bei der Verständigung, beim Ein-, Aus- und Umsteigen, mit Aufenthaltsmöglichkeit. Aber auch in akuten Nöten, wenn jemand hungrig, durstig, verletzt, krank oder schwach ist. Oder, indem allein Reisende auf Wunsch begleitet werden.

Bahnhofsmission? Bahnhofsmission!
So vielfältig wie die Menschen, die nach Hilfe fragen, sind bei der Bahnhofsmission Göttingen die freiwillig Engagierten. Ohne Ehrenamtliche geht so gut wie nichts. Weil diese Hilfe so vielfältig ist und jeder Gast eine andere Geschichte mitbringt, ist die Arbeit spannend.
Neben der konkreten Hilfe steht die Reisebegleitung im Mittelpunkt der Arbeit. Geschulte Mitarbeitende begleiten allein reisende Kinder, behinderte, kranke und ältere Menschen sicher bis zum Zielbahnhof und stehen ihnen helfend zur Seite. Damit erfüllen sie eine zentrale Aufgabe der Bahnhofsmission: Menschen auch in schwierigen Situationen Mobilität zu ermöglichen, damit sie weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Viele sind auf diese Hilfe angewiesen: Der siebenjährige Max könnte sonst seinen Vater nicht regelmäßig besuchen. Die 85jährige sehbehinderte Dame müsste schweren Herzens auf das monatliche Kaffeetrinken mit ihrer pflegebedürftigen Schwester verzichten. Die alleinerziehende Frau wüsste kaum, wie sie mit ihren drei kleinen Kindern zur Mutter-Kind-Kur reisen sollte.

Mitarbeitende sind herzlich willkommen!

Wer seine Fähigkeiten und Ideen für die Arbeit bei der Bahnhofsmission Göttingen einsetzen möchte, ist herzlich willkommen! Alle Engagementwilligen werden für ihre anspruchsvolle Aufgabe qualifiziert und kontinuierlich fachlich begleitet.

Die Bahnhofsmission Göttingen ist eine Einrichtung der evangelischen und katholischen Kirche und eine Abteilung im Diakonieverband Göttingen.

Bahnhofsmissionen sind mit ihren mehr als 2.000 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zentrale Knotenpunkte des sozialen Netzes in den Städten und an den Bahnhöfen. Sie helfen jedem, sofort, gratis und ohne Anmeldung oder Voraussetzungen. Das tun sie seit inzwischen weit über hundert Jahren und an derzeit mehr als hundert Orten in Deutschland...